METAL EMBRACE FESTIVAL 9.9.2011 - 10.9.2011
Metalfestivals gibt es ja nun mittlerweile schon wie Sand am Meer ,so das eigentlich niemand mehr weiß ,woher er überhaupt noch die Kohle dafür nehmen soll .Bei sehr vielen davon zählt ja eh nun „Masse“ statt“ Klasse“ und man ist ganz einfach nur noch darauf ausgerichtet ,den Leuten die hart verdiente Kohle aus der Tasche zu ziehen .Festivals ,welche noch diesen alten Spiritverbreiten und wirklich für die „Szene „ stehen ,findet man nicht mehr sehr viele Manchmal habe ich so den Verdacht ,als ob die ganzen „Ballermann“ Typen sich jetzt als Metaller verkleidet haben egal . Schlimm ist’s ja nun auch ,das mittlerweile die sogenannte “ Metalszene“ sogar bei den großen Sendern wie RTL ,VOX ,SAT 1 und sogar N 24 etc . voll vermarktet wird .Wenn ich so etwas sehe , kriege ich echt das kotzen und frage mich ständig ,was aus der geliebten old school Underground Metalszenen nur geworden ist .Aber egal ,das ist nen anderes Thema ! Hier sollst ja nun um eines der besten Undergroundfestivals in unserer Ecke gehen ,wo man immer noch an den alten Werten der Szene fest hält .In diesem Jahr feiert das METAL EMBRACE nun bereits sein 5 jähriges Jubiläum .Dazu kann man den Veranstaltern auf jeden Fall gratulieren und ihnen auch für die Zukunft alles Gute wünschen .
 
Da ich mir indiesem Jahr nun mal absolut keinen Stress aufbürden wollte und Chefchen so gnädig war ,mal nen Tag Urlaub zu bewilligen ,ging‘s bereits 11 Uhr auf große Fahrt .Trotz meiner zunehmenden Orientierungslosigkeit ging‘s erst einmal flott voran ,ohne sich zu verfransen .In Barleben eingetrudelt kam‘s dann aber erst mal so ,wie es für meinereins schon typisch ist .Da der sonstige Weg gesperrt war ,dachte man halt ,man ist so schlau und folgt der Umleitung .Wo die mich dann aber hinführte ,will ich hier gar nicht sagen ,ansonsten bricht vielleicht echt nen Gelächter aus .Also was blieb anderes über ,als nochmal zurück zum Ausgangspunkt und nachgefragt .Ha ,nen paar Langhaarige ,die können sicherlich weiter helfen ? Scheißchen ,die wussten nicht mal was von dem METAL EMBRACE. So kann man sich täuschen !Aber bevor man noch weiter rumirrt ,den nächst besten angehauen .Und wie der Zufall so spielte ,hat man da dann genau den Richtigen erwischt .Trotz eher Stinooutfits und Kurzhaarfrisur war der nette Kerl doch tatsächlich als Helfer beim METAL EMBRACE unterwegs .Also den Typen eingesackt und ohne Umwege zum Festivalgelände .Netter weise durfte sich unsereins dieses Jahr mal nen Pressepass umhängen .Mega thanks an dieser Stelle !Großartig kontrollieren wollteeinen auch keiner – also gleich rein aufs Gelände .Da es ja nun noch nicht wirklich großartig späte war ,maximal erst mal 3 Zelte mit 5 Typen da standen ,war natürlich mehr als genügend Zeit ,sich nen super Plätzchen auszusuchen .Bevor‘s ans stressige Zeltaufbauen geht ,aber erst malBegrüßungsbierchen auf ,ins Auto gepflanzt und sich mit Mucke zu gedröhnt .Nun gut ,aus dem einen Bier wurden letztendlich 3 ,bevor‘s erst mal ans Arbeiten ginge .Die Zeit verging dann doch irgendwie wie im Fluge und die ersten unserer Meute trudelten ein .Logischer Weise stand Mann denen dann natürlich voller Tatendrang voll zur Verfügung .Bis die erste Band dann spielen sollte ,war ja noch genügend Zeit ,so das man sich noch nen paar Bierchen reinpfeifen konnte.                                                                           
Dann ging‘s auch schon los . Da unsereins BETRAYAL OF A COWARD nicht kannte und die allen Anschein nach genau meine Mucke zocken ,ging‘s pünktlich vor die Bühne . Als Opener hat man es natürlich schwer ,vor allem ,wenn nun alles andere als viele Leute vor der Bühne sind .Aber die Burschen haben sich davon nicht abschrecken lassen ,und ihre Death Metal / Grindcore Mischung auf die paar anwesenden Leutchen abgeblasen .Und was da so von der Bühne runter kam ,hat schon ganz gut meinen Nerv getroffen .Schöne Ballermucke ,welche durchaus die Meute hätte mitziehen können .Vorausgesetzt ,es wäre eine dagewesen .Zwar nun nicht übermäßig eigenständig oder mit enormen Neuerungen versehen ,hat man es denen aber vollkommen anmerkt ,das sie voll hinter dem stehen ,was sie machen .Spielfreude war zu 100% vorhanden und auch mit diversen Anfeuerungsversuchen hielt man sich nicht zurück .Ich fand‘s echt gut und war schon mal mehr als positiv gestimmt .
BUTCHER die nächste Truppe hingegen ,wollten bei mir nicht wirklich zünden .Nicht ,das deren Mucke nun lahm oder lullig war .Ne ,da kam schon verdammt mächtig war von der Bühne runter .Ich stehe halt nicht auf so ne Mucke ,die nen verdammt starken Hardcore Einschlag hat .Ist aber sicherlich reine Ansichtssache .Bei dem Jungvolk wird so was sicherlich für „Freudensprünge“ sorgen ,da ja gerade so ne Metalmucke ,versetzt mit Hardcore wohl zur Zeit enorm angesagt ist .Naja ,egal ,war definitiv nicht übel ,aber halt so gar nicht mein Geschmack !
Dann enterten BLUTNEBEL die Bühne .Wer mich kennt ,weiß ja ,das Black Metal mich eigentlich eher etwasabschreckt .Aber erstaunlich ,selbst für mich ,kam deren dunkle ,bitterböse Mucke doch mehr als gut bei mir an ,wobei dies sicherlich auch so einige Leutchen mehr so sahen .Denn hier versammelten sich doch schon nen paar Metalheads mehr vor der Bühne .Wenn‘s mich jetzt nicht alles täuscht ,waren deren Texte wohl alle komplett in Deutsch !? Teils konnte man die sogar recht gut verstehen ,da man den Gesang doch recht vordergründig stellt .Musikalisch war man eher etwas im schwerfälligen schleppenden Midtempo angesiedelt ,wobei man nur ganz gelegentlich das Geschehen mal durch ein paar leichte  Blastbeats auflockerte .Ansonsten ging‘s fast durchweg verdammt düster und fast schon depressiv durchs Black Metal Gebiet .Am ehesten würde ich deren Stil vielleicht noch mit „Eisregen“ vergleichen .Mir hat‘s jedenfalls sau gut gefallen ,zumal man sich nicht wirklich diesen ,für mich immer enorm nervenden Kreischgesang widmete .Als melodischeren Vertreter der Black Metal-Fraktion konnten die mich mehr als positiv stimmen .Gut gemacht Jungs !
Den teilweisen Hype um GORILLA MONSOON konnte ich noch nie wirklich nachvollziehen .Von daher ging‘s erst mal in Richtung Zelt ,um was zu futtern und rumzulabern .Ein Großteil unserer Meute zog‘s aber auch sofort vor die Bühne .Naja ,nen paar Hanseln blieben aber noch ,und so lauschte man halt nur von Weiten den Klängen von „Gorilla Monsoon .
Da mich ja bereits die ersten Vertreter der Black Metal Gilde überraschten ,war‘s für mich schon fast Pflicht ,mir auch TODTGELICHTER reinzuziehen .Schon alleine ihre musikalische Umschreibung von Avantgarde Black Metal macht einen verdammt neugierig .Und auch die Hamburger sollten mich hier nicht enttäuschen .Drückt da bei mir doch langsam die Black Metal Vorliebe durch ? Ne ,so ist’s sicherlich nicht ,aber was die hier musikalisch boten ,war schon echt stark ,zumal man sich wirklich enorm facettenreich in Szene setzte .Abwechslung wird bei denen echt groß geschrieben ,denn neben so ein paar wahrlich deftigen Black Metal Krachern ,legte man auch sehr viel Wert auf eher ruhige ,melodische Passagen ,welche alle samt für ne starke Atmosphäre sorgen konnten .Sehr finster ,streckenweise fast auch schon melancholisch angehaucht ,zogen die hier Ding ab .Teils mit eher klassischen Black Metal Riffs gespickt ,war man trotzdem immer bemüht ,seine eigne Linie zu fahren .Beim Sound experimentierte man immer mal nen bissel rum ,was irgendwie doch für ne  Eigenständigkeit sorgte .Positiv anzusehen ist bei denen auf jeden Fall auch noch ,das die sich gesanglich nicht nur auf einen Ausdruck beschränkten ,sondern auch hier so einiges an Abwechslung mit reinbrachten .Für mich mal wieder ne ganz interessante Neuentdeckung aus dem Black Metal Bereich .WARHAMMER ist und bleibt ja nun mal Kult ,welche man unbedingt sehen muss .Nicht nur musikalisch sind die voll und ganz old school ,ne ,auch in Sachen Outfit bleiben die der alten Zeit immer treu .Das die Band in der Szene den absoluten Kultstatus genießt ,war nicht zu übersehen .Denn bei deren Gig war‘s doch verdammt voll und so einiges an Metallervolk ging hier voll ab .Aber wen verwundert‘s ,wenn einem ne Mischung aus old school-Death/Doom-/Black Metal vor den  Latz geballert wird ,welche ein absolut typische ´80‘er Flair verbreitet . Ihre Mischung aus Blast Speed Geknüppel und Midtempo Stampfern bietet einfach alles ,was man braucht , um voll abzugehen .Dementsprechend setzten sich dann sogar bei mir mal die Knochen in Bewegung .Langweilig wird’s bei denen niemals ,zumal man diese Sorte der Metalmucke heutzutage  nur noch ganz selten mal live zu hören kriegt .War echt ne absolute Freude ,sich deren Gig komplett reinzuziehen .
Als krönendenAbschluss dieses bisher voll gelungenen Tages stellten ABROGATION ihr Können sehr eindrucksvoll unter Beweis .Der doch mehr als zahlreich erschienenen Meute vor der Bühne wurde hier so einiges musikalisch geboten .Da man ja nun Heimrecht hatte ,würde ich mal fast vermuten ,das hier sogar der absolut harte Kern ihrer Fangemeinde erschienen war .Musikalisch orientieren sich die Magdeburger sicherlich in erster Linie an Death Metal der älteren Schule .Dies aber nun nicht im absoluten reinen Format . Denn neben dem starken Todesblei Einfluss ,setzt man auch bewußt auf einen kräftigen Heavy-Einschlag und scheut sich auch nicht davor ,immer mal wieder so einen kleinen Thrash Metal Tupfer mit einzubringen . Das sorgt hierbei natürlich für genügend Abwechslung .Gerade die Wechsel im Tempobereich verleihen  deren Mucke einen recht guten Wiedererkennungswert . Die Solieinlagen machen sich bei der Band ebenfalls verdammt gut und wirken niemals unpassend .Vom Songaufbau her passt das alles hervorragend zusammen . Obwohl es hier nun eher etwas „melodischer“ vorwärts geht ,kracht‘s doch an vielen Stellen verdammt fett im Gebälk ,so dass es einen wirklich nicht schwer fällt ,die paar übrig gebliebenen Haar kräftig durchzuschütteln . ABROGATION boten hier einen mehr als krönenden Abschluss dieses Tages . Starke Mucke , starke Bühnenpräsenz …….was will man noch mehr ?
Voller „Stolz“das ich es mal wieder bis zur letzten Band geschaffte hatte ,ging‘s dann in Richtung heimischen Zeltwände .Naja ,der Partytyp ist man ja nun eh nicht mehr und irgendwie ist man echt immer froh ,wenn‘s einen nicht beizeiten die Füße wegzieht .Zeit ,das letzte Bier und nen kleinen Abendsnack zu mir zu nehmen ,blieb wohl allen Anschein nicht mehr .Am nächsten Morgen stand immer noch das halb volle Bier und ne angefressene Bockwurst im Zelt .Da muss mich wohl König Alkohol voll weggeballert haben – grins !
Die Nacht lief eigentlich recht gut .Bis auf ein paar ganz unermüdliche Suffbolde die erst im Morgengrauen Ruhe gaben ,konnte man voll durchratzen .In früheren Jugendzeiten war ja immer Frühschoppen angesagt .Heutzutage nutzt meinereins aber so ‘n Festival doch dazu aus , mal nen bissel länger am früh zu pennen .Zwar ist man dann meistens so ziemliche der Letzte ,der aus dem Zelt gekrochen kommt ,aber egal .Jeder macht halt das ,was er will und keine Sau  nervt einen .Irgendwann dann kurz vor der Mittagszeit hielt‘s einen dann doch nicht mehr im Zelt .Schließlich muss man ja doch irgendwann auch mal pissen gehen .Unsere Runde hatte sich bis jetzt schon wieder zu nem ganz ansehnlichen Haufen zusammen gefunden ,wo es erst mal wieder genug zu labern und zu lästern gab .Man glaubt es kaum ,aber auch Metaller sind enorme Lästermäuler .Das Bier wollte zu dem Zeitpunkt bei mir noch  überhaupt nicht schmecken ,deshalb erst mal lieber an ne Cola gehalten.
Zur Lesung von TIL BURGWÄCHTER hatte ich dann , ganz im Gegensatz zu nem Haufen unserer Leute ,überhaupt keinen großen Bock .Seine metallischen Possen kannte ich ja bereits von CD .Live wollte ich mir das aber nicht antun .
FIVE HITS FOR RIO ,was für ein eigenartiger Bandname ! Da musste man doch wenigstens mal reinschnuppern .Das recht junge , aus Burg stammende Fünfergespann weckte auf jeden Fall mein Interesse .Bevor ich aber deren Klänge genießen wollte ,kam doch ganz langsam der Bierdurst zurück .Gehört ja irgendwie wohl auch immer dazu ,dass man mit nem Bier in der Hand rumrennt oder auch bloß nur dumm rumsteht ,oder !? Dann legten die aber auch schon los und die ersten paar Klänge kamen verdammt fett rüber ,so dass ich echt guter Hoffnung war ,hier ne wirklich extreme musikalische Kelle geboten zu kriegen .Naja ,extrem kraftvoll war’s ja zweifelsfrei ,was die anboten .Allerdings setzten bei mir da nicht wirklich Freudensprünge ein, da ja gerade in letzter Zeit ne wahrliche Schwemme an Deathcore Band die Szene schon fast überfluteten .Und ehrlich gesagt ,großartige Unterschiede lassen sich bei den Vertretern dieser Sparte kaum ausmachen .Dabei will ich sicherlich nicht die Leistung derBurschen schmälern .Das was ich mir so angeguckt habe ,hatte schon Hand und Fuß .Spielerisch waren die recht fit drauf ,und auch in Sachen Bühnenpräsenz gaben die sich alles andere als  lahm .Trotzdem suchte man dann irgendwann das Weite ,da mir das ganze Geschehen dann doch irgendwie auf den Sack ging .
Einmal am Zeltlager versackt ,kriegte ich gar nicht mit ,das die melodic Death Metaller von THE LAST HANGMEN auch schon zockten .
Die aus Nordhausen stammenden ANIMA zogen mich dann aber doch mal wieder vor die Bühne .Aber ehrlich gesagt ,kann ich absolut nichts zu deren Gig sagen .Da klafft ein echt großes dunkles Loch in meinem Hinterstübchen .Gut ,das die ne Mixtur aus Death- / Thrash Metal zelebrieren kriege ich ja noch zusammen ,mehr aber leider nicht .Das „Alter“ scheint doch verdammt tiefe Spuren bei mir zu hinterlassen !
Die Berliner Mannen von GOLEM musste man dann  mit all seinen Sinnen vollkommen zur Verfügung stehen .GOLEM ,die ja nun bereits seit 1989 die Szene aufmischen ,gehören zweifelsfrei auch zu einer der kultigsten Bands aus Deutschland .Da man sich gerade live wohl eher mehr als rar macht ,ist‘s die absolute Pflicht ,für so‘ ollen Sack wie mich ,deren Gig beizuwohnen .Allerdings kam‘s hier völlig anders ,als wie ich erwartet hätte .Ich kannte die Band nur als nen Haufen prügelnder Freaks ,die sich eigentlich ziemlich fest der Death Metal / old-school-Grindcore Ausrichtung verschrieben hatten .Das ,was hier aber geboten wurde ,hatte nur noch ganz gelegentlich mit dem was zu tun ,was ich kannte bzw. was ich erwartet hätte .Denn in gewisser Weise entpuppte sich deren musikalische Darbietung streckenweise für mich schon als fast pures Chaos .Hatte da echt Probleme ,das  nachzuvollziehen ,was man musikalisch da von sich gab . Unheimlich technische Material war’s ja ,so dass man echt ins Staunen kam ,was die so aus ihren Instrumenten rausholen .Allerdings war von Geradlinigkeit in den Songs nicht wirklich viel zu erkennen .Vielmehr wechselte man fast im Sekundentakt das Tempo ,wobei es zu einen fast ständigen Wechsel zwischen fetten Death Metal Riffs ,eher klassischen Heavy Einschlägen bis hin zu thrashigen Parts kam .Zwischendurch setzte man dann mal wieder auf atmosphärische Passagen ,welche dem Zuhörer echt viel abverlangten .So wirklich wusste man wirklich nicht ,was man bei dieser Mucke überhaupt machen sollte .Einfach bloß gucken ,moshen ,bangen ,diven oder ganz einfach nur zuhören ? Ähnlich verwirrend ,wie die Mucke auf mich wirkte , kam‘s wohl auch bei ner Vielzahl der Leutchen an, was zweifelsfrei an deren doch teils fragenden Gesichtsausdruck klar zu erkennen war .Ein paar Unermüdliche ließen zwar auch hier ihre Matte kreisen ,aber wohl eher nur ,weil bei denen schon genug Alk im Blute war .“Golem’s“ verdammt schwierigen verfrickelten Songstrukturen machen es einen aber auch wirklich nicht leicht .Trotzdem muss ich zugeben ,dass dieses Songmaterial dennoch irgendwas hat ,was einen beeindruckt .Zumindestens ist’s ne ganz  interessante und eher außergewöhnliche musikalische Liveerfahrung gewesen ,auch wenn ich eher davon enttäuscht war .
Bei BURDEN OF GRIEF gönnte ich mir dann erst mal wieder ne Auszeit ,um „Golem’s“ Kulturschock erst einmal zu verdauen und auch nen bissel was fürs leibliche Wohl zu tun .Nur von Bier allein kann man nun mal nicht leben ,zumindestens dann ,wenn man straff auf die 50 zugeht . Also nen paar leckere Würste reingepfiffen ,mal die Lage abgecheckt und dann vor zu BLACKESTDAWN . Die Magdeburger preisen sich ja nun als fucking Death Metal an ,was für meinereins natürlich die Sache verdammt interessant machte .Allerdings stellte sich im Laufe ihres Gigs dann  raus ,das man doch bedeutend mehr mit dem Metalcore liebäugelte .Zu meiner positive Überraschung waren die aber nicht so ultra typisch trendig ,wie es ne Vielzahl solcher Bands heutzutage ist .Über verdammt weite Strecken konnten die hier schon mit einem sehr eignen Stil überzeugen ,welcher wirklich gut ankommt .Echt brutal und super hart ging’s hier zur Sache, wobei insbesondere das irre treibende Schlagzeug und ne Vielzahl an Blastbeat verdammt tief in die Magengrube hämmerten .Auch Gitarrentechnisch ließen die hier immer wieder ihr Können aufblitzen. Die beiden Shouter ,die streckenweise wie die Wilden auf der Bühne rumtobten , brüllten und keiften sich während des gesamten Gigs fast die Seele aus dem Leib . Hat mir insgesamt mehr als gut gefallen .Kann man echt drauf gespannt sein ,was man so  in nächster Zeit noch von den Burschen zu hören kriegt !
Die Magdeburger von TARABAS wurden mir bereits im Vorfeld wärmstens empfohlen .Allerdings ist‘s wohl bei denen , so wie mir im Vorfeld erzählt wurde ,immer mal so ,das eher kurzfristig Gigs abgesagt wurden .Tja ,und so war’s dann auch hier .Irgendwie hat‘s da wohl einen aus der Band voll ausgehebelt ,so dass deren Auftritt abgesagt wurde . Veranstalter Rainer fand wohl so kurzfristig auch keinen Ersatz mehr ,so das erst mal ne etwas längere Ruhepause eingelegt wurde .
TORTURIZED fingen dann doch schon etwas eher an ,um die Meute mit ihrem Death Metal wieder aufzumuntern . Ein Problem ist das für die Jungs absolut nicht ,denn das ,was die einen vorsetzen ,ist einfach nur sau stark . Denn „Torturized“ wursteln nicht erst ewig rum ,sondern bringen‘s musikalisch gleich auf den Punkt . Brutal und erbarmungslos groovt und rockt man sau gewaltig ,so dass es einem absolut nicht möglich ist ,einfach nur dazustehen .Da setzen sich sämtliche Körperpartien automatisch in Bewegung .Neben ner enorm starken und fetten Gitarrenarbeit sorgt insbesondere der Schlagzeuger  immer wieder für den absolut tödlichen Dampfhammer.„Torturized“ zeigen keine Gnade und ballern alles weg ,was sich ihnen in den Weg stellt. Definitiv werden hier keine Gefangenen gemacht. Für mich das absolute Highlight dieses Festivals .Besser geht’s kaum noch .
Musikalisch gings’s dann mit NOTHGARD in eine völlig andere Richtung .Die Bayrischen Jungs waren recht kurzfristig für „Trimonium „ eingesprungen ,sollten aber einen wirklich würdigen Ersatz sein .Angeboten wurde eine wirklich starke Mischung aus melodic Death Metal Black- und Pagan Metal. Teilweise recht symphonisch gehalten ,zeigte man sich beim Songaufbau doch verdammt abwechslungsreich .Teilweise recht flott und zackig gehalten ,gab’s bei denen aber auch so ein paar verdammt hymnisch gestaltete Songs .Das die auch immer mal wieder etwas stärker auf Melodien setzten ,machte sich fürs gesamte Geschehen verdammt gut .Das man hierbei natürlich auch diverse Parts aus dem Folk- und Viking Metal Bereich mit einsetzte ,war eher nicht verwunderlich .Das gehört zu dieser Art der Mucke ganz einfach dazu, so wie halt das Bier zum Metaller gehört . Gesangstechnisch zeigte man sich von einer eher aggressiven ,derben Art ,was wirklich absolut top zur Mucke passte .Alles in allem ein gelungener Auftritt ,der zumindestens mich davon überzeugt hat ,das in diesem musikalischen Bereich immer noch was geht .
Der Bierkonsum hatte zu diesem Zeitpunkt bei mir schon ungeahnte Ausmaße angenommen .Der Körper schwächelte ungemein und meine Gedanken waren ganz einfach nur noch darauf ausgerichtet ,die ollen Knochen niederzulegen .Ein bissel ärgerte man sich ja innerlich ,da ich mir fest vorgenommen hatte , BIG BALL noch zu sehen .Aber letztendlich hat die „Kraft“ nicht mal mehr für PURGATORY gereicht .Schande über mich !Und so kam‘s halt wie immer und wankenden Schrittes ging‘s ab in die Furtzmolle .Hatte wirklich mehr als genug für den Tag getankt ,denn nicht mal die nächtliche Party  neben dem Zelt konnte mich dann in irgendeiner Weise wach machen .Am nächsten Morgen ging‘s einem dann mehr schlecht als recht .Ganz ganz in Ruhe wurde erst mal noch nen Kaffee konsumiert ,die Gedanken geordnet und kurz beim Veranstalter Rainer bedankt ,bevor‘s schon wieder in Richtung Heimat ginge .In Dessau angekommen musste man dann erst mal wieder nen  Fußmarsch hinlegen ,da die ganze Stadt wegen so nem verkackten Citylauf gesperrt war .Was für ein krönender und beschissener Abschluss dieses ansonsten sau starken Festivalwochenendes !!!

 

Schlusswort :Wer immer noch auf der Suche nach einem echten geilen Undergroundfestival ist ,der sollte sich unbedingt im nächsten Jahr mal in Barleben sehen lassen .Neben dem fast schon einzigartiges Campinggelände unter Bäumen  mit der Möglichkeit, direkt am Auto zu zelten ist‘s vor allem diese familiäre Atmosphäre und die gute Bandauswahl ,welche dieses Festival für mich zu einer absoluten Pflichtveranstaltung macht .Die Preise für Fressen und Saufen sind absolut Besucherfreundlich .Über den Eintrittspreis von 22 € für zwei Tages kann man ja eh auch bloß lachen .Vor schlechtes Wetter  braucht man auch keine Angst zu haben ,da die Bands in eine geräumigen Stagehall spielen .Die Security ist absolut locker drauf und lässt kein Chef Gehabe raushängen .Abschließend natürlich noch ein fettes Dankeschön an Rainer ,welcher es mir ermöglichte ,mit nem ultra „wichtigen „ Pressepass durch die Gegend zu stolzieren –grins . LEO
               
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